„Nun hat die liebe Seele Ruh'“

 

Zum Foto: HH-Wilhelmsburg, 30.5.

Zum Titel: Häufiger Ausspruch meiner Mutter, als sie noch lebte.

Hier liste ich auf, was mein Hirn und Gemüt in der Hundebefallszeit von Mitte Mai bis Mitte Juni umtrieb, und was ich auf verschiedene Zetteleien notierte.
Damit die liebe Seele Ruh‘ hat.

20.5.
Ich zu mir: „Ich war weit hin.“ (Ausspruch meiner Mutter)
Gründe: emotional aufwühlende Fahrt am MuttertagsWE nach FfM für 2 Nächte; Ich bei der Begrüßung zu S.: „Heute wird nicht geweint!“ und heulte los.
Zurück in FL: Emotions-und Großstadtnachwirkungen, volles Haus, hohe Rechnungen, mit denen keiner rechnete… 2 Nächte schlecht geschlafen, Streit mit Sohn, hilflos gefühlt, still geweint; fehlende Resonanz von SuS im Kunstkurs, blicke in ausdruckslose Gesichter, Vermittlung sinnlos; ständige Grübelei „Was tun?“, Jobrecherche, „Dispositionsrecherche“ ergibt: HSP: hoch, ADS und Autismusspektrum: mittel; sinnloses Kunstschaffen: Blog sinnlos, schreiben sinnlos, zeichnen sinnlos; Poe hat sich umgebracht, Stieglitz verhalf O’Keefe zum künstlerischen Durchbruch…
21.5.
Aus Rose (1): „Sie schrieb alles auf, für keinen gedacht, nur für sich selbst.
Was, wenn wir nur eine Möglichkeit sind?
… Und bis hierhin bin ich gekommen.“
22.5.
G. zu mir vor dem Souldance (2): „Ist das Leben gerade gut zu Dir?“
Ich zu T. nach dem Souldance: „Was Musik vermag… Tanzen und Singen gegen den Schwarzen Hund. Da muss ich erst so alt werden, um das zu erkennen.“
27.5.
E. zu mir während der Rosenbehandlung (3): „Neue, positive Erfahrung daneben setzen.“
Ich bin weit hin.
29.5.
Gespräch mit F. in HH über finanzielle Sicherheit.
Gespräch mit U. in HH über Kunst und Vermarktung. U.: „… Dann bist Du keine Künstlerin!“
(Wie auch, wenn die Kraft zur Alltagsbewältigung kaum reicht?)
30.5.
Ich während des Workshops zur Gestalttherapie (4): „Ich falle immer raus aus dem System… HSP ist keine Diagnose… Bin nicht bedürftig, nicht prekär genug… Fühle mich selbst nicht sicher… Brauche immer Bestätigung eines Außen…
Therapeut zu mir: „Du brauchst einen Protegé.“
Teilnehmerin: „Ich komme aus einer Selbstständigenfamilie. Ich will mich selbstständig machen.“
7.6.
„Leben als Pfand“ (Maurice von Bilderbuch)
9.6.
Aus meinem Traum: Ein freundlicher Nachbar bugsiert in aller Gemütsruhe seinen gehäuteten Kampfhund aus dem Zimmer, mit seiner Hand im Rachen.
Meine verstorbene Cousine ist auch da.

In einer Schule machen SchülerInnen Kunst.

Am Tag: bewältige ihn kaum. „Das Leben ist ein Kampf!“

Aus Parasite (5):
„Der Stein lässt mich nicht los!“

Aus Blankets (6):
„In einer Konkordanz hatte ich entdeckt, dass dem Buch des Ekklesiastes Passagen hinzugefügt worden waren, um den pessimistischen Grundton zu dämpfen. Zum Beispiel:
5,15 Das ist ein böses Übel, dass er dahinfährt, wie er gekommen ist. Was hilft’s ihm denn, dass er in den Wind gearbeitet hat?
5,19 Denn wenn Gott einem Menschen Reichtum und Güter gibt, und lässt ihn davon essen und trinken und seinen Teil nehmen und fröhlich sein bei seinen Mühen, so ist das eine Gottesgabe.
2,22-23 Denn was kriegt der Mensch von all seiner Mühe und dem Streben seines Herzens, womit er sich abmüht unter der Sonne? All seine Tage sind voller Schmerzen, und voller Kummer ist sein Mühen, dass auch sein Herz des Nachts nicht Ruhe findet. Das ist auch eitel.
2,24 Ist’s nun nicht besser für den Menschen, dass er esse und trinke und seine Seele guter Dinge sei bei seinem Mühen?

1: Film von Markus Schleinzer, D/A 2026.

2-4: Erwähnungen in diversen Artikeln zuvor. 

5: Film von Bong Joon-ho, Südkorea 2019.

6: Comic von Craig Thompson, 2. Aufl., Bad Tölz 2003, S. 546/47.

Zum Foto: Aus dem Zug von FL nach HH, 29.5.