Intrinsische Motivation

Versehentlicher Schnappschuss aus einem Buch über Shaun das Schaf, Forum Groningen, 11.7.2022.

19.8.: Ich bin seit einer Woche nicht gelaufen. Aus intrinsischer Motivation heraus tat ich dies im Sommer früh morgens täglich. Es war mein Lebenselexier, ließ mich „in meinem Körper sein“. Auch lief ich öfter problemlos länger, was meinem neu entdeckten, langsamen Laufstil zu verdanken war. Nun ist der Schulablauf der Kinder ein anderer und mein Ablauf verändert sich dadurch auch. Mein Kunstkurs an der Berufsschule beginnt erst nächste Woche, mein Deutschkurs fand gestern statt. Ich bin privilegiert – einerseits. Andererseits nicht, da untauglich für’s System…

30.8.: „Änderungen kann ich nicht vertragen“, hat er gesagt, „nicht in meinem Alter!“ (1).

Mein Bauch, mein zweites Gehirn: er/es waberte, mutierte, schwoll an, zehrte aus, schmerzte oft nach dem Essen. Alles Anzeichen von Stress. Kulmination nach einem Fest im Dorf am Samstag vor 10 Tagen: Ich nahm an einem Festessen unter freiem Himmel am Ende einer langen Tafel teil, zum Fliehen bereit, mied ich bereits den ganzen Tag über zuviel Kommunikation. Der Kraftakt war zu groß, nach kurzer Zeit zog ich grußlos von dannen. Zu Hause saß ich betrübt am offenen Fenster, die fröhlichen Stimmen schollen zu mir herüber. Es betrübte mich, die draußen versammelten Menschen einerseits alle zu mögen, andererseits nicht unter und mit ihnen sein zu können. Als ein Lied von Pulp herüber schallte, musste ich weinen.
Räumte, statt Trübsal zu blasen, fleißig im stillen Winkel herum, schaffte äußere Ordnung für meine innere. Derweil schwoll mein Bauch zu doppelter Größe an. Schwangerschaftsfakeselfies gemacht, nicht gelacht. Seitdem esse ich langsam und bewusst. Gut das.

1: Aus: Der Herr der Ringe. Bd.1. Die Gefährten, 4. Auflage, Stuttgart 2015. Anm.: er = der alte Gamdschie.

Allabendliche Vorleselektüre seit geraumer Zeit für J., 9.