Kirschs Schwarze Bohnen

Ein Stein, 6.3.20.

28.2. Ich lese Texte von Wolf und Kirsch, von P. per Mail geschickt. Im Raum unter mir klimpert die Nachbarstochter, von weit her klopfts, von unten hör ich Js und Ks Stimme. Schreibe P.: „… soeben las ich Wolf und Kirsch und wieder Kirsch. Bewegt mich, dass mich manchmal ebensolches bewegt, was die zwei großen Frauen bewegte… und doch wieder anderes und anders.“

Sarah Kirsch: Schwarze Bohnen

Nachmittags nehme ich ein Buch in die Hand
Nachmittags lege ich ein Buch aus der Hand
Nachmittags fällt mir ein es gibt Krieg
Nachmittags vergesse ich jedweden Krieg
Nachmittags mahle ich Kaffee
Nachmittags setze ich den zermahlenen Kaffee
Rückwärts zusammen schöne
Schwarze Bohnen
Nachmittags ziehe ich mich aus mich an
Erst schminke dann wasche ich mich
Singe bin stumm

1: Sarah Kirsch, in: Zaubersprüche, 1974, in: dies. Sämtliche Gedichte. München 2005, S.79; per Mail von P., 26.2.20.