Das grüne Kind

Zum Bild: Acryl, Ölpastellkreide und Kohle auf Papier, 90x59cm, 03/26.

Zum Titel: Zu meinem obigen Bild, das z.T. während des Malkurses in HH, z.T. zu Hause entstand, meinte G., es würde sie an die Legende der "Grünen Kinder" erinnern (vgl. Wikipedia).

Am Osterfeuersamstag hätte ich mich gerne tarnen oder mich besser anpassen wollen, konnte es jedoch nicht. War noch ergriffen und dünnhäutig von dreistündiger Matthäuspassion von Bach am Tag zuvor, der T. und ich am Karfreitag in der Marienkirche beigewohnt und gelauscht hatten. War dünnhäutig, weil am selbigen Tag, dem 4.4., ein Jahr zuvor meine Mutter beerdigt worden war. War dünnhäutig, weil ich mitfühlte mit mehreren mir nahestehenden, sich sorgenden Menschen. Ertrug das muntere Beisammensein am Feuer nicht, fühlte mich fehl und fern und ging. Fühlte mich auch im „sicheren Zuhause“ nicht zuhause.
Glücklicherweise vertrieb Bachs Osteroratorium, mit dem wir unseren friedlich schlummernden, pubertierenden Sohn am Ostersonntag schmetternd weckten, den vorherigen Befall.
Die Mitsorge bleibt, aber will ich mich nach Epiktets Worten richten: „Spare das Mitleiden“.