„Das Haus meiner Mutter hat viele Räume“

Zum Foto: 4.5., vgl. auch Artikel vom 9.9.19 "Do the hopeless look!".

Zum Titel: Buchtitel, vgl. Bildwandler.

Gestern antwortete ich einer alten Kollegin meiner Mutter, die mir eine Weile in deren letzten Lebenszeit beigestanden hatte, dass der Loslösungsprozess ein langer sei, „träume ich doch sehr (!) oft vom Haus und von Mama.“
Nun ist meine Mutter bereits über 1 Jahr tot und bis vor Kurzem konnte ich noch an einer Hand abzählen, wann sie mir nicht im Traum begegnet ist. Glücklicherweise ist das Traumgefühl nie negativ (die hochgradig aggressiven Mutterträume habe ich geballt in meiner Klinikzeit abgearbeitet) und vor allem gestern Nacht war es sehr intensiv und innig. Ich umarmte im Traum mein altes, knochiges Mütterlein lange, wohl wissend, dass sie sterben werde und weinte bitterlich. Zuvor hatte sie alte Fotoalben aussortiert, mit mir von ihr unbekannten Fotografien aus der Studentenzeit, die ich aber unbedingt behalten wollte. Im Hintergrund bemerkten wir nach einer Weile des Herumalberns meine Cousine G., die bereits lange verstorben ist, und die unsere traute Mutter-Tochter-Zweisamkeit argwöhnisch beäugte.
Die Szenerie spielte in unserem Haus in Ostfriesland, was sich im Traum in einer umfangreichen Renovierung befand und daher in mir Irritation hervorrief, weil wir dort ja eigentlich nichts mehr verloren hatten.
Zuvor hatte ich im Haus einen Umschlag mit 200€ gefunden, der aber versiegelt war und im Garten eine alte, kostbare Münze nach der anderen ausgegraben.