Störungen

  • Vorgestern: Gesamtperson empfindlich gestört durch massive Rückenschmerzen; mittags und abends Schmerztablette eingeworfen. Nachmittags trotzdem gelaufen. Tat gut. Maßnahme gegen Schmerz und Tief. Um halb 8 zu Bett.
  • Gestern Morgen: empfindlich gestört reagiert auf unbedachte Äußerung Ts. Geweint. „Da mache ich extra diesen Blog, damit ich verstanden werde und dann erkennt mich nicht einmal der Liebste.“ Störung durch einfühlsames Gespräch behoben.
  • Gestern Nachmittag: Kinderbesuch, Plätzchen verbrannt (zum ersten Mal mit K. und J. gebacken; andere Mütter können das besser!).
  • Seit meiner Rückkehr aus H: Blasenstörung wieder da.
  • Workshop in H.: J. aus B. bietet mir und meiner Atmung während einer Gesangsimprovisation Unterstützung, indem sie mir den Rücken hält. Ich empfinde dies zunächst als Störung, was J. in der Reflektion auch so benennt. Meine Stimme ist sich auch nicht sicher, ob es für sie eher störend oder eher unterstützend ist.
  • I’m giving birth (1): Fühle mich immer gestört, wenn ich zeichne oder male und mir jemand zuschaut. So war z.B. Pentiment, der Sommerkurs der Hochschule für Illustration in HH, an dem ich vor Karlas Geburt teilnahm (2), oft eine Qual für mich. Musste mich regelrecht abschotten vor den Blicken anderer, flüchtete manchmal weinend auf’s Klo, war abends vollkommen erledigt. Schuf die Zeichnung von Oza (3), als ich allein und unbeobachtet an einem Platz unter’m Dach arbeiten konnte. Erinnere mich an einen Zeichenkurs in einem Hamburger Fabrikatelier bei einem polnischen Künstler: ich zeichnete das Portrait eines weiblichen Modells und bei der Vorstellungsrunde der Ergebnisse zeigten sich alle TeilnehmerInnen begeistert von meiner Zeichnung. Alle folgenden Zeichnungen von mir standen unter Beobachtung bzw. Erwartung und misslangen. Die Gruppe wandte sich enttäuscht ab. Gleich als er (Meister Sepp) heimkam, griff er nach seinem Werkzeug und fing an, den Hampelmann zu schnitzen. (…) „Hör zu, was ich dir sage! Pinocchio sollst du heißen,…“. (…) diese Holzaugen, die doch starr geradeaus zu schauen hatten, rollten wie Glaskugeln hin und her und glotzten den Meister neugierig an. Meister Sepp konnte es nicht leiden, wenn ihm bei der Arbeit jemand zuschaute (4). Am jetzigen Wochenende in H. versuchte ich unter den Blicken meines Bruders einen Ton aus seiner Klarinette zu zwingen, vergeblich. Als ich ihm den Rücken zuwandte, gelang es.
  • Wohnprojekt: die ersten Jahre massiv und ständig gestört durch „Zuviel Mensch!“. Seit Sommer Glocke im Garten, damit unerwarteter Besuch sich ankündigen kann. Seit Herbst Vorhänge, um sich unbeobachtet fühlen zu können.
  • Dachte im Frühjahr, ich müsse wegziehen, da ich das leise Lüftergeräusch unserer Nachbarn, das ich im Bad vernahm, nicht ertragen konnte. Zerrüttete mich völlig. Tinnitus folgte, Lüftergeräusch ward übertönt.
  • LED-Lampengesurre stört mich, zu helles Licht stört mich, unfrische Luft stört mich, Musik in Restaurants stört mich und last but not least: das Telefon! Immer! I hate it! Kostet mich immer Überwindung, zu telefonieren.
  • Das war’s! Vorerst…
1: vgl. 6.12.

2: vgl. 28.8.

3: vgl. 25.9.

4: C. Collodi, Pinocchio. Wien (?), S. 11/12.